Chemikalienschränke - vorschriftsmäßige Lagerung
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KonfigurierenHäufig gestellte Fragen
Chemikalienschränke für eine geordnete Gefahrstofflagerung
Chemikalien kommen nicht nur in Laboren oder chemischen Betrieben zum Einsatz. Auch in Werkstätten, Produktionsbereichen, Schulen, technischen Betrieben und Lagern werden Reinigungsmittel, Säuren, Laugen, Lacke, Hilfsstoffe oder wassergefährdende Flüssigkeiten verwendet. Ein geeigneter Chemikalienschrank schafft einen festgelegten Lagerort, schützt die Gebinde vor unbefugtem Zugriff und unterstützt eine übersichtliche Trennung unterschiedlicher Stoffgruppen.
Unser Sortiment umfasst standfeste Chemikalien- und Umweltschränke in verschiedenen Höhen, Breiten und Innenausstattungen. Zur Auswahl stehen unter anderem kompakte Schränke für begrenzte Mengen und hohe Standschränke für einen größeren Vorrat. Die Modelle sind abhängig von ihrer Ausführung für unterschiedliche Medien und betriebliche Anforderungen vorgesehen.
Die Eignung eines Schranks muss immer anhand der konkreten Gefahrstoffe, der Sicherheitsdatenblätter und der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung geprüft werden.
Der passende Schrank für den gelagerten Stoff
Gefahrstoffmerkmale als Ausgangspunkt
Vor dem Kauf sollte feststehen, welche Stoffe in welchen Mengen eingelagert werden. Maßgeblich sind insbesondere die Einstufung und Kennzeichnung des jeweiligen Gefahrstoffs. Wichtige Angaben finden sich im Sicherheitsdatenblatt, vor allem in den Abschnitten zur Handhabung und Lagerung, zu physikalischen Eigenschaften sowie zur Stabilität und Reaktivität.
Für die Auswahl sind unter anderem folgende Punkte relevant:
Art und Einstufung der gelagerten Chemikalien
vorgesehene Anzahl und Größe der Gebinde
maximale Nettolagermenge
mögliche Reaktionen zwischen unterschiedlichen Stoffen
erforderliche Trennung oder Separatlagerung
Beständigkeit des Schrankmaterials und der Auffangwanne
Anforderungen an Belüftung oder technische Entlüftung
Schutz vor unbefugtem Zugriff
vorgesehene passive Lagerung oder Entnahme am Schrank
Säuren und Laugen dürfen beispielsweise nicht allein aufgrund ähnlicher Gebinde gemeinsam einsortiert werden. Stoffe, die gefährlich miteinander reagieren können, müssen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung getrennt oder separat gelagert werden.
Nicht entzündbare und entzündbare Gefahrstoffe unterscheiden
Viele klassische Chemikalienschränke sind für nicht entzündbare, wassergefährdende, giftige oder aggressive Stoffe ausgelegt. Sie sind nicht automatisch für entzündbare Flüssigkeiten geeignet. Werden entzündbare Medien gelagert, können zusätzliche Anforderungen an den Brand- und Explosionsschutz gelten.
Für solche Anwendungen kommen je nach Gefährdungsbeurteilung Sicherheitsschränke nach DIN EN 14470-1 mit definierter Feuerwiderstandsfähigkeit infrage. Die Bezeichnung „Chemikalienschrank“ allein bestätigt keine entsprechende Brandschutzklassifizierung. Vor der Bestellung sollten daher die Produktdaten und der vorgesehene Verwendungszweck genau abgeglichen werden.
Materialien und ihre Einsatzbereiche
Pulverbeschichteter Stahl
Chemikalienschränke und Umweltschränke aus Stahl bieten eine stabile Konstruktion für den betrieblichen Alltag. Pulverbeschichtete Oberflächen sind widerstandsfähig gegen typische mechanische Beanspruchungen. Ob sie für ein bestimmtes Medium geeignet sind, hängt jedoch von dessen chemischen Eigenschaften sowie von der Beschaffenheit der Wannen und Einsätze ab.
Stahlschränke eignen sich häufig für:
wassergefährdende Flüssigkeiten
Betriebs- und Hilfsstoffe
Reinigungs- und Pflegemittel
Lacke und vergleichbare nicht entzündbare Medien
geschlossene Kanister, Flaschen und Kleingebinde
Bei korrosiven Stoffen ist die Materialverträglichkeit besonders sorgfältig zu prüfen. Eine Beschichtung ersetzt keine Beständigkeitsprüfung.
Chemikalienbeständige Kunststoffe
Schränke oder Innenausstattungen aus Polypropylen beziehungsweise Polyethylen können bei korrosiven Medien vorteilhaft sein. Kunststoff reagiert gegenüber vielen Säuren und Laugen beständiger als ungeschützter Stahl. Die tatsächliche Eignung ist dennoch medien-, konzentrations- und temperaturabhängig.
Für die Produktauswahl sollte deshalb eine Beständigkeitsliste des Herstellers herangezogen werden. Auch Dichtungen, Beschläge, Fachböden und Auffangvorrichtungen müssen zum eingelagerten Stoff passen.
Innenausstattung für Gebinde und Arbeitsabläufe
Auffangwannen und Wannenböden
Eine Auffangwanne hält austretende Flüssigkeiten innerhalb des Schranks zurück und erleichtert das kontrollierte Beseitigen kleiner Leckagen. Je nach Modell ist eine Bodenauffangwanne, sind mehrere Wannenböden oder herausnehmbare Kunststoffeinsätze vorhanden.
Bei der Auswahl sind zu prüfen:
Auffangvolumen der jeweiligen Wanne
Material und Medienbeständigkeit
zulässige Belastung
Position innerhalb des Schranks
einfache Entnahme und Reinigung
Eignung für die vorgesehenen Gebinde
Auffangwannen dürfen nicht als reguläre Lagerfläche genutzt werden, wenn dadurch ihre Rückhaltefunktion beeinträchtigt wird. Gitterroste oder Lochbleche können Gebinde oberhalb des möglichen Auffangraums positionieren.
Fachböden, Wannenböden und Tablarauszüge
Fachböden ermöglichen eine übersichtliche Lagerung unterschiedlicher Gebindegrößen. Höhenverstellbare Ausführungen helfen dabei, den verfügbaren Innenraum an Flaschen, Dosen oder Kanister anzupassen. Wannenböden verbinden die Lagerfläche mit einer zusätzlichen Rückhaltefunktion.
Tablarauszüge erleichtern den Zugriff auf weiter hinten stehende Gebinde. Vor allem bei häufig benötigten Kleingebinden können sie die Handhabung verbessern. Beim Beladen müssen die angegebene Tragfähigkeit und eine gleichmäßige Lastverteilung eingehalten werden.
Belüftung und technische Entlüftung
Öffnungen für Zu- und Abluft unterstützen den Luftaustausch im Schrank, sind aber nicht mit einer technischen Absaugung gleichzusetzen. Ob eine technische Entlüftung erforderlich ist, hängt von den Stoffeigenschaften, möglichen Dämpfen, dem Lagerkonzept und der Gefährdungsbeurteilung ab.
Bei der Planung sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
mögliche Bildung gefährlicher Dämpfe
aktive oder passive Lagerung
Anschlussmöglichkeit an ein Abluftsystem
erforderlicher Luftwechsel
Explosionsschutz und mögliche Ex-Zonen
Vorgaben des Schrank- und Abluftherstellers
Technische Änderungen am Schrank oder an Lüftungsanschlüssen dürfen die vorgesehene Schutzfunktion nicht beeinträchtigen.
Abmessungen und Türsysteme bedarfsgerecht auswählen
Kompakte Schränke und hohe Standschränke
Kompakte Chemikalienschränke eignen sich für kleinere Bestände oder räumlich begrenzte Einsatzorte. Hohe Standschränke bieten mehr Ebenen und Lagerkapazität. Neben den Außenmaßen sollten die nutzbaren Innenmaße, die Türöffnung und der Platzbedarf vor dem Schrank berücksichtigt werden.
Vor der Bestellung empfiehlt sich die Prüfung von:
Außen- und Innenabmessungen
lichter Türbreite
Anzahl und Verstellbarkeit der Lagerebenen
Tragfähigkeit je Ebene
Auffangvolumen
Aufstellfläche und Bodenbeschaffenheit
Platz für geöffnete Türen
Erreichbarkeit eines möglichen Lüftungsanschlusses
Ein- und zweiflügelige Türen
Einflügelige Schränke benötigen häufig weniger Stellbreite und können in schmalen Bereichen sinnvoll sein. Zweiflügelige Ausführungen erleichtern den Zugriff auf einen breiteren Innenraum. Je nach Modell stehen rechts oder links angeschlagene Türen sowie unterschiedliche Schließsysteme zur Verfügung.
Abschließbare Türen unterstützen die Zugangsbeschränkung. Der Schlüsselzugang sollte betrieblich geregelt und auf unterwiesene Personen begrenzt werden, wenn die Eigenschaften der eingelagerten Stoffe dies erfordern.
Sichere Nutzung im betrieblichen Alltag
Ein geeigneter Schrank ist nur ein Bestandteil des Lagerkonzepts. Für den sicheren Betrieb müssen Gefahrstoffe korrekt gekennzeichnet, Gebinde dicht verschlossen und Lagerbereiche regelmäßig kontrolliert werden. Sicherheitsdatenblätter und Betriebsanweisungen müssen für Beschäftigte zugänglich sein.
Zu den wiederkehrenden Aufgaben gehören:
Gebinde auf Beschädigungen und Undichtigkeiten prüfen
Kennzeichnungen lesbar halten
Auffangwannen sauber und frei von ausgelaufenen Stoffen halten
zulässige Tragfähigkeiten und Füllmengen beachten
unverträgliche Stoffe getrennt lagern
Lüftungsöffnungen nicht verdecken
Schließfunktion und Zugangsregelung kontrollieren
festgelegte Prüf- und Reinigungsintervalle dokumentieren
Ausgetretene Flüssigkeiten dürfen nur nach den betrieblich festgelegten Maßnahmen und mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung aufgenommen werden. Dabei sind die Angaben im Sicherheitsdatenblatt und die Notfallorganisation des Betriebs zu beachten.
Rechtliche und technische Anforderungen einordnen
Für die Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern ist insbesondere die TRGS 510 relevant. Sie konkretisiert Anforderungen der Gefahrstoffverordnung und behandelt unter anderem Gefährdungsbeurteilung, Lagerorganisation, Zugangsbeschränkung, Zusammenlagerung und besondere Schutzmaßnahmen für bestimmte Gefahrstoffgruppen.
Abhängig von Stoff, Menge und Anwendung können weitere Vorschriften und technische Regeln relevant sein. Dazu gehören beispielsweise Anforderungen des Gewässerschutzes, des Brand- und Explosionsschutzes sowie herstellerbezogene Vorgaben.
Die Auswahl sollte deshalb immer auf Grundlage folgender Informationen erfolgen:
aktuelles Sicherheitsdatenblatt
Gefahrstoffverzeichnis
Lagerklasse und H-Sätze
betriebliche Gefährdungsbeurteilung
vorhandene Stoffmengen und Gebindegrößen
vorgesehener Lagerort
Zusammenlagerungskonzept
erforderliches Rückhaltevolumen
mögliche Brandschutzanforderungen
So lässt sich gezielt zwischen einem Chemikalienschrank für nicht entzündbare Medien, einem korrosionsbeständigen Schrank und einem brandschutzklassifizierten Sicherheitsschrank unterscheiden.