Sicherheitsschränke für Lagerung im Betrieb
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KonfigurierenHäufig gestellte Fragen
Sicherheitsschränke für Gefahrstoffe sicher auswählen
Sicherheitsschränke dienen dazu, Gefahrstoffe geordnet, zugriffsgeschützt und entsprechend ihrer Eigenschaften aufzubewahren. Sie kommen unter anderem in Industrie, Handwerk, Werkstätten, Laboren, Bildungseinrichtungen und technischen Betriebsbereichen zum Einsatz. Durch die Lagerung in Arbeitsplatznähe lassen sich benötigte Gebinde schnell erreichen, ohne auf geeignete Schutzmaßnahmen zu verzichten.
Die Bezeichnung Sicherheitsschrank umfasst verschiedene Schranktypen. Nicht jeder Schrank ist für jeden Gefahrstoff geeignet. Maßgeblich sind die Gefahrenmerkmale der Stoffe, die gelagerten Mengen und Gebinde sowie die betrieblichen Bedingungen am Aufstellort. Vor der Auswahl sollten deshalb Sicherheitsdatenblätter, Gefahrstoffverzeichnis, Gefährdungsbeurteilung und geltende Zusammenlagerungsregeln berücksichtigt werden.
Wichtige Auswahlkriterien
Für die Produktauswahl sind insbesondere folgende Merkmale relevant:
Art und Einstufung der zu lagernden Gefahrstoffe
erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit
Lagerung oder Laden von Lithium-Ionen-Akkus
Anzahl, Größe und Material der Gebinde
erforderliches Auffangvolumen
Anzahl und Tragfähigkeit der Lagerebenen
Beständigkeit der Innenausstattung
Außen- und Innenabmessungen
Türart, Türanschlag und Türschließtechnik
vorhandener oder geplanter Lüftungsanschluss
Schutz vor unbefugtem Zugriff
Aufstellung als Hochschrank, Unterbauschrank oder Kompaktschrank
Schranktypen für unterschiedliche Gefahrstoffe
Gefahrstoffschränke für entzündbare Flüssigkeiten
Für entzündbare Flüssigkeiten wie Lösemittel, Lacke oder bestimmte Reinigungsmittel werden feuerbeständige Gefahrstoffschränke eingesetzt. Modelle nach DIN EN 14470-1 werden anhand ihrer Feuerwiderstandsdauer klassifiziert. Im gewerblichen Umfeld ist besonders Typ 90 mit 90 Minuten Feuerwiderstand von Bedeutung.
Je nach Ausführung verfügen diese Schränke über selbstschließende Türen, im Brandfall schließende Lüftungsöffnungen, einen Erdungsanschluss und eine Bodenauffangwanne. Fachböden oder Auszugswannen erleichtern die strukturierte Lagerung kleiner Gebinde. Die konkrete Eignung muss anhand der Produktangaben und der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung festgestellt werden.
Chemikalien- und Umweltschränke
Chemikalienschränke eignen sich je nach Ausführung für nicht entzündbare, wassergefährdende oder gesundheitsschädliche Stoffe. Typische Anwendungsfälle sind Reinigungschemikalien, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe und Laborchemikalien. Wannenböden und Bodenauffangwannen können auslaufende Flüssigkeiten zurückhalten.
Bei der Auswahl ist auf die chemische Beständigkeit der verwendeten Materialien zu achten. Ein klassischer Chemikalienschrank ohne geprüften Feuerwiderstand darf nicht automatisch für entzündbare Flüssigkeiten eingesetzt werden.
Säuren- und Laugenschränke
Säuren und Laugen können Metalle, Beschichtungen und ungeeignete Kunststoffe angreifen. Säuren- und Laugenschränke besitzen daher eine korrosionsbeständige Innenausstattung. Modelle mit getrennten Abteilen unterstützen die Separierung unverträglicher Medien.
Säuren und Laugen sollten nicht allein aufgrund freier Stellfläche gemeinsam gelagert werden. Entscheidend sind die Stoffeigenschaften, Sicherheitsdatenblätter und Zusammenlagerungsvorgaben. Auffangwannen müssen gegenüber den eingelagerten Flüssigkeiten beständig sein.
Lithium-Ionen-Lager- und Ladeschränke
Lithium-Ionen-Akkus benötigen ein auf den jeweiligen Betriebsfall abgestimmtes Sicherheitskonzept. In unserem Sortiment führen wir Schränke für die Lagerung sowie Ausführungen mit Steckdosenleisten für das Laden von Akkus. Je nach Modell können Rauch- oder Temperatursensoren, Alarmkontakte, Warnanzeigen und weitere Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein.
Bei Ladeschränken sind die elektrische Ausrüstung, vorgesehene Ladeleistung, Zahl der Ladeplätze, Alarmweiterleitung und betrieblichen Maßnahmen zu berücksichtigen. Beschädigte, verformte, überhitzte oder anderweitig auffällige Akkus erfordern eine gesonderte Behandlung und dürfen nicht ohne Prüfung zusammen mit unauffälligen Akkus gelagert werden.
Unterbauschränke für begrenzte Stellflächen
Unterbauschränke nutzen den Raum unter Arbeitsflächen, Laborabzügen oder Gefahrstoffarbeitsplätzen. Sie eignen sich für Bereiche, in denen Gefahrstoffe regelmäßig benötigt werden und nur begrenzte Stellfläche vorhanden ist. Neben den Außenmaßen sind die Einbauhöhe, Türöffnung, Lüftungsführung und Zugänglichkeit zu prüfen.
Die kompakte Bauform ersetzt nicht die fachliche Prüfung der gelagerten Stoffe. Auch bei Unterbauschränken müssen Feuerwiderstand, Auffangvolumen und Innenausstattung zum Einsatzzweck passen.
Feuerwiderstand und technische Ausstattung
Typ 90 und Typ 30
Die Typklasse benennt die im Prüfverfahren festgestellte Feuerwiderstandsdauer. Ein Sicherheitsschrank Typ 90 weist 90 Minuten Feuerwiderstand auf, ein Modell Typ 30 entsprechend 30 Minuten. Für neue Sicherheitsschränke zur Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten ist Typ 90 regelmäßig die maßgebliche Auswahl. Ob eine andere Ausführung im konkreten Betrieb zulässig ist, muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung und nach den geltenden Regelwerken geprüft werden.
Die Feuerwiderstandsdauer allein genügt nicht als Auswahlkriterium. Ebenso wichtig sind:
Eignung für die jeweilige Gefahrstoffart
maximale Gebindegrößen und Lagermengen
Türschließung und Türfeststellung
Be- und Entlüftungsöffnungen
Erdungsmöglichkeit
Auffang- und Rückhaltevermögen
zulässige Belastung der Lagerebenen
Herstellerangaben zu Aufstellung und Betrieb
Auffangwannen und Lagerebenen
Bodenauffangwannen dienen dazu, austretende Flüssigkeiten zurückzuhalten. Das erforderliche Auffangvolumen richtet sich nicht nur nach der Schrankgröße, sondern nach den gelagerten Gebinden und den einschlägigen betrieblichen sowie rechtlichen Anforderungen.
Für die Innenausstattung stehen modellabhängig Fachböden, Wannenböden, Auszugswannen oder Lochblecheinsätze zur Verfügung. Auszugswannen erleichtern den Zugriff, während Wannenböden jeder Lagerebene ein zusätzliches Rückhaltevermögen geben können. Die angegebene Tragfähigkeit darf nicht überschritten werden.
Lüftung und Entlüftungsaufsätze
Viele Sicherheitsschränke besitzen Anschlüsse für technische Abluft. Ob eine Absaugung erforderlich ist, hängt von den gelagerten Stoffen, möglichen Dampfkonzentrationen, der Gefährdungsbeurteilung und den Bedingungen am Aufstellort ab.
Passende Entlüftungs- oder Umluftfilteraufsätze können die technische Ausstattung ergänzen. Bei der Auswahl sind unter anderem Anschlussmaße, Volumenstrom, Filtereignung, Geräuschentwicklung, Überwachungsfunktion und Alarmkontakt zu beachten. Filterlösungen müssen bestimmungsgemäß betrieben, kontrolliert und fristgerecht gewartet werden.
Gefahrstoffe getrennt und übersichtlich lagern
Gefahrstoffe dürfen nicht ausschließlich nach verfügbarem Platz einsortiert werden. Für die Zusammenlagerung sind Gefahrenmerkmale, Lagerklassen und mögliche Reaktionen zwischen den Stoffen maßgeblich. Hinweise finden sich in den Sicherheitsdatenblättern und in den betrieblich anzuwendenden Regelwerken.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern unter anderem:
entzündbare Flüssigkeiten
Säuren und Laugen
akut toxische Stoffe
oxidierende Stoffe
wassergefährdende Medien
Aerosolpackungen und Druckgaskartuschen
Lithium-Ionen-Akkus
Getrennte Schrankbereiche oder mehrere spezialisierte Sicherheitsschränke können erforderlich sein. Eine Trennwand allein bedeutet nicht automatisch, dass jede Stoffkombination zulässig ist.
Aufstellung, Betrieb und regelmäßige Kontrolle
Der Sicherheitsschrank sollte entsprechend der Herstelleranleitung aufgestellt und betrieben werden. Türen, Lüftungsöffnungen und bewegliche Einrichtungen müssen funktionsfähig bleiben. Flucht- und Verkehrswege dürfen durch den Schrank oder geöffnete Türen nicht unzulässig eingeschränkt werden.
Für den laufenden Betrieb sind insbesondere folgende Punkte relevant:
Schrank nur bestimmungsgemäß verwenden
zulässige Lagermengen und Belastungen einhalten
Gebinde dicht verschließen und kennzeichnen
unverträgliche Stoffe getrennt lagern
Auffangwannen sauber und frei halten
ausgelaufene Stoffe unverzüglich fachgerecht aufnehmen
Türschließung und Lüftungseinrichtungen kontrollieren
Prüf-, Wartungs- und Filterintervalle dokumentieren
Zugriff auf unterwiesene Personen beschränken
Betriebsanweisung und Notfallmaßnahmen verfügbar halten
Unsere Sicherheitsschränke lassen sich nach Schranktyp, Gefahrstoffart, Feuerwiderstand, Abmessungen und Ausstattung vergleichen. So können Sie die Auswahl auf die technischen und räumlichen Anforderungen Ihres Betriebs abstimmen.