Gefahrstoffschränke - Gefahrstofflagerung
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KonfigurierenHäufig gestellte Fragen
Gefahrstoffschränke für die sichere betriebliche Lagerung
Gefahrstoffe können bei unsachgemäßer Lagerung Beschäftigte, Umwelt und Sachwerte gefährden. Ein geeigneter Gefahrstoffschrank unterstützt dabei, Gebinde geschützt aufzubewahren, den Zugriff zu kontrollieren und auslaufende Flüssigkeiten aufzufangen. Abhängig von Stoffart, Menge und Einsatzort kann zusätzlich ein definierter Feuerwiderstand erforderlich sein.
Unser Sortiment umfasst Sicherheitsschränke für unterschiedliche betriebliche Anforderungen. Dazu gehören unter anderem feuerbeständige Modelle, Chemikalienschränke und spezielle Sicherheitsschränke für Lithium-Ionen-Akkus. Verschiedene Breiten, Höhen, Türsysteme und Innenausstattungen ermöglichen eine Anpassung an Lagergut, Arbeitsabläufe und verfügbare Stellfläche.
Der passende Schrank richtet sich nach dem Lagergut
Nicht jeder Gefahrstoff darf in derselben Schrankausführung gelagert werden. Grundlage der Auswahl sind die Kennzeichnung des Stoffes, das Sicherheitsdatenblatt, die vorhandenen Mengen und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
Entzündbare Flüssigkeiten
Für entzündbare Flüssigkeiten in Arbeitsräumen kommen feuerbeständige Sicherheitsschränke in Betracht. Die DIN EN 14470-1 unterscheidet Schränke anhand ihrer geprüften Feuerwiderstandsfähigkeit. Die Typangabe bezeichnet die Zeitspanne in Minuten, die der Schrank im Rahmen der Brandprüfung erreicht.
In unserem Sortiment finden Sie insbesondere:
Sicherheitsschränke Typ 90 mit 90 Minuten Feuerwiderstand
Sicherheitsschränke Typ 30 mit 30 Minuten Feuerwiderstand
kompakte Modelle für kleinere Bestände und begrenzte Stellflächen
breite Schränke für größere Gebinde oder höhere Lagermengen
transportable Ausführungen zur flexibleren Positionierung
Welche Typklasse für einen konkreten Einsatz zulässig und erforderlich ist, muss anhand der Gefährdungsbeurteilung sowie der geltenden betrieblichen und rechtlichen Anforderungen bestimmt werden.
Nicht entzündbare Chemikalien
Für nicht entzündbare, wassergefährdende oder gesundheitsschädliche Stoffe können Chemikalien- und Gefahrstoffschränke ohne klassifizierten Feuerwiderstand geeignet sein. Entscheidend sind unter anderem die Beständigkeit der verwendeten Materialien, die Rückhalteeinrichtung und eine sichere Trennung unverträglicher Stoffe.
Aggressive Medien wie Säuren und Laugen erfordern eine Innenausstattung, die gegenüber den gelagerten Stoffen ausreichend beständig ist. Korrosionsanfällige Stahlflächen sind für bestimmte Medien nicht ohne Weiteres geeignet. Maßgeblich sind stets die Herstellerangaben und das Sicherheitsdatenblatt des jeweiligen Stoffes.
Lithium-Ionen-Akkus
Lithium-Ionen-Akkus stellen besondere Anforderungen an Lagerung, Überwachung und Brandschutz. Spezielle Akku-Sicherheitsschränke können abhängig vom Modell für die reine Lagerung oder zusätzlich für das Laden von Akkus vorgesehen sein. Diese beiden Verwendungszwecke dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Bei der Auswahl sollten Sie insbesondere auf folgende Merkmale achten:
vorgesehene Nutzung als Lager- oder Ladeschrank
Feuerwiderstand und konstruktiver Brandschutz
technische Lüftung oder Entlüftungsanschluss
Warn- und Überwachungseinrichtungen
potentialfreie Kontakte für externe Meldesysteme
Fachböden und zulässige Belastung
Vorgaben für Aufstellung und Evakuierung
Für defekte, beschädigte oder auffällige Akkus ist ein gesondertes Sicherheitskonzept erforderlich. Ein gewöhnlicher Sicherheitsschrank ersetzt keine betriebliche Bewertung des konkreten Risikos.
Typ 30 und Typ 90 sachgerecht auswählen
Die Typklasse eines Sicherheitsschranks beschreibt dessen Feuerwiderstandsfähigkeit. Ein Typ-90-Schrank bietet im Prüfverfahren 90 Minuten, ein Typ-30-Schrank 30 Minuten Feuerwiderstand.
Typ-90-Sicherheitsschränke
Typ 90 bietet eine längere Zeitspanne für Alarmierung, Evakuierung und Brandbekämpfung. Solche Schränke werden deshalb häufig für die Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten in Arbeitsräumen eingesetzt. Sie eignen sich besonders, wenn ein hohes betriebliches Schutzniveau gefordert ist oder die örtlichen Rahmenbedingungen eine längere Feuerwiderstandsfähigkeit verlangen.
Typ-30-Sicherheitsschränke
Typ-30-Modelle können unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden. Ihre Zulässigkeit muss anhand der konkreten Aufstellsituation, des Nutzungskonzepts und der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden. Allein der günstigere Preis oder eine kompaktere Bauweise ist kein ausreichendes Auswahlkriterium.
Innenausstattung passend zu Gebinden und Arbeitsabläufen
Die Innenausstattung beeinflusst sowohl die nutzbare Lagerkapazität als auch die Sicherheit bei Leckagen. Sie sollte zu Abmessungen, Gewicht und Material der verwendeten Gebinde passen.
Fachböden
Fachböden schaffen mehrere Lagerebenen und erleichtern eine geordnete Bereitstellung. Bei der Auswahl sind die Tragfähigkeit, die Höhenverstellbarkeit und die Beständigkeit gegenüber den gelagerten Stoffen zu berücksichtigen. Die angegebene Traglast darf nicht überschritten werden.
Wannenböden und Auszugswannen
Wannenböden verbinden eine Lagerebene mit einer begrenzten Rückhaltefunktion. Ausziehbare Wannen erleichtern den Zugriff auf weiter hinten stehende Gebinde. Vor der Auswahl sollten Sie prüfen, ob Auffangvolumen und Material für das vorgesehene Lagergut ausreichen.
Bodenauffangwannen
Eine Bodenauffangwanne nimmt auslaufende Flüssigkeiten im unteren Schrankbereich auf. Modelle mit Lochblecheinsatz oder Gitterrost ermöglichen es, Gebinde oberhalb des möglichen Leckagebereichs abzustellen. Das erforderliche Rückhaltevolumen richtet sich nach Lagergut, Gebindegrößen und den anzuwendenden Vorgaben.
Türen, Bedienung und Zugriffsschutz
Gefahrstoffschränke sind unter anderem mit Flügeltüren, Falttüren oder anderen platzsparenden Türsystemen erhältlich. Die passende Ausführung hängt vom Aufstellort und von den betrieblichen Arbeitsabläufen ab.
Wichtige Auswahlmerkmale sind:
ein- oder zweiflügelige Ausführung
Türanschlag und Öffnungsbereich
selbstschließende Türen
Türfeststellanlage mit Auslösung im Brandfall
Einhandbedienung
Schloss oder andere Zugriffskontrolle
ausreichende Bewegungsfläche vor dem Schrank
Ein abschließbarer Schrank unterstützt den Schutz vor unbefugtem Zugriff. Die betriebliche Schlüssel- oder Zugangsregelung sollte festlegen, welche unterwiesenen Personen den Schrank benutzen dürfen.
Lüftung und sichere Aufstellung
Je nach Stoffen und Nutzung können gefährliche Dämpfe oder eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten. Sicherheitsschränke verfügen deshalb häufig über Zu- und Abluftöffnungen oder Anschlüsse für eine technische Entlüftung. Ob eine technische Lüftung erforderlich ist, muss anhand der Gefährdungsbeurteilung und der Herstellerangaben entschieden werden.
Bei der Aufstellung sind außerdem folgende Punkte relevant:
ebener und ausreichend tragfähiger Untergrund
Einhaltung vorgeschriebener Abstände
freie Funktion der Türen und Lüftungsöffnungen
Schutz vor Beschädigungen durch Verkehrswege oder Flurförderzeuge
Erreichbarkeit für Kontrolle und Wartung
vorgabengerechte Montage eines Abluftsystems
Berücksichtigung von Flucht- und Rettungswegen
Transportable Modelle dürfen nur entsprechend der Herstellerfreigabe bewegt werden. Vor jeder Verlagerung müssen Lagergut, Türen, Anschlüsse und Transportsicherungen berücksichtigt werden.
Lagerung nach Gefährdungsbeurteilung und TRGS 510
Die TRGS 510 konkretisiert Anforderungen an die Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern. Sie behandelt unter anderem allgemeine Schutzmaßnahmen, Brandschutz, besondere Stoffgruppen, Zusammenlagerung und die Lagerung in Sicherheitsschränken.
Vor der Beschaffung sollten mindestens folgende Angaben vorliegen:
Gefahrstoffkennzeichnung und H-Sätze
Sicherheitsdatenblätter
Lagerklassen der Stoffe
maximale Lagermengen
Art, Material und Größe der Gebinde
mögliche Reaktionen bei gemeinsamer Lagerung
benötigtes Auffangvolumen
Anforderungen an Feuerwiderstand und Lüftung
vorgesehener Aufstellort
organisatorische Zugangs- und Kontrollmaßnahmen
Die Auswahl eines Schrankes ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch die Prüfung von Zusammenlagerungsverboten. Stoffe, die gefährlich miteinander reagieren können, müssen getrennt oder separat gelagert werden.
Abmessungen und Kapazität bedarfsgerecht planen
Die Außenmaße bestimmen, ob ein Schrank am vorgesehenen Ort aufgestellt und transportiert werden kann. Die Innenmaße zeigen dagegen, welche Gebinde tatsächlich aufgenommen werden können. Türöffnungen, Sockel, Abluftanschlüsse und erforderliche Bedienflächen sind ebenfalls in die Planung einzubeziehen.
Für eine belastbare Größenwahl empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme:
Anzahl und Abmessungen der vorhandenen Gebinde
größte Einzelgebinde
erwartete maximale Lagermenge
erforderliche Trennung unterschiedlicher Stoffgruppen
Reserve für künftigen Bedarf
Traglast je Lagerebene
notwendige Entnahme- und Bedienhöhe
Ein zu knapp ausgelegter Schrank erschwert eine übersichtliche Lagerung. Unnötig große Modelle beanspruchen dagegen Stellfläche und können die innerbetriebliche Organisation erschweren.
Kontrolle, Reinigung und Instandhaltung
Gefahrstoffschränke müssen in einem funktionsfähigen Zustand gehalten werden. Umfang und Intervall der Kontrollen richten sich nach Nutzung, Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben und betrieblichen Vorgaben.
Regelmäßig zu prüfen sind deshalb:
Türen, Scharniere und Schließeinrichtungen
Dichtungen und Verriegelungen
Lüftungsöffnungen und Abluftanschlüsse
Fachböden, Wannen und Befestigungen
Korrosion oder andere Materialschäden
Verunreinigungen und Leckagen
Kennzeichnung und Zugangsregelung
zulässige Belastung und ordnungsgemäße Belegung
Ausgetretene Stoffe dürfen nur nach den Vorgaben des Sicherheitsdatenblatts und der betrieblichen Betriebsanweisung beseitigt werden. Beschädigte Bauteile sollten durch geeignete, für das jeweilige Modell freigegebene Komponenten ersetzt werden.