Gefahrstofflagerung in Werkstatt und Betrieb
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KonfigurierenHäufig gestellte Fragen
Gefahrstoffe sicher und bedarfsgerecht lagern
Eine geeignete Gefahrstofflagerung schützt Beschäftigte, Betriebseinrichtungen, Boden und Gewässer vor den Folgen austretender, entzündbarer, ätzender, toxischer oder anderweitig gefährlicher Stoffe. Sie unterstützt zudem geordnete Betriebsabläufe, weil Gebinde eindeutig zugeordnet, kontrolliert und bei Bedarf sicher entnommen werden können.
Unser Sortiment deckt Lösungen für unterschiedliche Lagermengen und Behälterformen ab. Dazu gehören kleine Gebinde und Kanister ebenso wie 200-Liter-Fässer, IBC, KTC und Druckgasflaschen. Je nach Produktgruppe eignen sich die Systeme für Innenräume, überdachte Bereiche oder die Außenaufstellung.
Die Produktauswahl sollte immer von der konkreten Gefährdungsbeurteilung ausgehen.
Wichtige Grundlagen sind insbesondere:
Einstufung und Eigenschaften des gelagerten Stoffes
Angaben im Sicherheitsdatenblatt
Wassergefährdung und chemische Beständigkeit
Entzündbarkeit und erforderlicher Brandschutz
Gebindeart und gesamtes Lagervolumen
Anforderungen an Be- und Entlüftung
Zusammenlagerungs- und Trennungsregeln
Aufstellort im Innen- oder Außenbereich
erforderlicher Schutz vor unbefugtem Zugriff
betriebliche Arbeitsabläufe beim Lagern, Abfüllen und Entnehmen
Lösungen für unterschiedliche Lageraufgaben
Auffangwannen für Fässer, IBC und Kleingebinde
Auffangwannen dienen der Rückhaltung auslaufender Flüssigkeiten. Sie werden unter einzelnen Gebinden, Fässern, IBC oder kompletten Regalbereichen eingesetzt. Je nach Ausführung verfügen sie über einen Gitterrost, einen Lochblecheinsatz, Füße oder Einfahrtaschen für den innerbetrieblichen Transport.
Das erforderliche Auffangvolumen richtet sich nach der konkreten Lagersituation und den geltenden Vorschriften. Neben der Rückhaltekapazität ist die Beständigkeit des Wannenmaterials gegenüber dem gelagerten Medium entscheidend.
In unserem Sortiment stehen unter anderem folgende Ausführungen zur Verfügung:
Stahlwannen für geeignete wassergefährdende oder entzündbare Flüssigkeiten
Edelstahlwannen für Einsatzbereiche mit erhöhten Anforderungen an Korrosionsbeständigkeit und Hygiene
Kunststoffwannen aus PE für viele Säuren, Laugen und aggressive Medien
GFK-Auffangwannen für ausgewählte chemische Anwendungen
Regalwannen zur Integration in bestehende Lagersysteme
Bodenauffangwannen für größere Lager- und Arbeitsbereiche
fahrbare Auffangwannen für wechselnde Einsatzorte
Die pauschale Zuordnung eines Materials zu einer Stoffgruppe reicht nicht aus. Vor dem Kauf muss die Beständigkeit gegenüber dem konkreten Medium geprüft werden.
Abfüllstationen für kontrollierte Entnahmevorgänge
Beim Abfüllen, Dosieren oder Umfüllen können Tropfen, Spritzer und Leckagen entstehen. Abfüllstationen verbinden deshalb eine Auffangwanne mit Fassböcken, Halterungen oder erhöhten Stellflächen. Fässer oder IBC lassen sich so in einer geeigneten Position bereitstellen und kontrolliert entleeren.
Für die Auswahl sind die Gebindegröße, das Gewicht, die gewünschte Entnahmehöhe und das benötigte Auffangvolumen relevant. Auch die Zugänglichkeit zum Ablaufhahn und die Materialbeständigkeit der Station sollten berücksichtigt werden.
Gefahrstoffschränke für die Lagerung am Arbeitsplatz
Gefahrstoffschränke ermöglichen eine geordnete Unterbringung von Kanistern, Dosen, Flaschen und anderen Kleingebinden. Sie werden beispielsweise in Werkstätten, Produktionsbereichen, Laboren und Instandhaltungsabteilungen eingesetzt.
Abhängig vom Gefahrstoff können unterschiedliche Schranktypen erforderlich sein, darunter:
Chemikalienschränke
Säuren- und Laugenschränke
Umweltschränke
Sicherheitsschränke für entzündbare Flüssigkeiten
Gasflaschenschränke
Pflanzenschutzmittelschränke
Lithium-Ionen-Akkuschränke
Ausstattungsmerkmale wie Bodenauffangwannen, ausziehbare Wannen, höhenverstellbare Fachböden, Lüftungsanschlüsse, Türfeststellanlagen oder selbstschließende Türen erleichtern eine an den Einsatzzweck angepasste Auswahl.
Sicherheitsschränke mit definiertem Feuerwiderstand
Sicherheitsschränke mit Feuerwiderstand können erforderlich sein, wenn entzündbare Gefahrstoffe in Arbeitsräumen gelagert werden. Je nach Modell stehen unterschiedliche Feuerwiderstandsklassen, Türvarianten, Innenausstattungen und Lüftungskonzepte zur Verfügung.
Bei der Auswahl sind nicht nur Schrankgröße und Anzahl der Fachböden zu beachten. Entscheidend sind ebenso die gelagerten Stoffe, die Lagermengen, die geforderte Feuerwiderstandsfähigkeit und das betriebliche Brandschutzkonzept. Lüftungsanschlüsse oder geeignete Umluftfilteraufsätze können Bestandteil des Schutzkonzepts sein, ersetzen jedoch keine Gefährdungsbeurteilung.
Lösungen für Lithium-Ionen-Akkus
Lithium-Ionen-Akkus erfordern ein abgestimmtes Lager- und Brandschutzkonzept. Abhängig davon, ob Akkus ausschließlich gelagert oder zusätzlich im Schrank geladen werden, kommen unterschiedliche Ausführungen infrage.
In unserem Sortiment finden Sie Lager- und Ladeschränke mit modellabhängigen Ausstattungen wie:
Feuerwiderstand
Steckdosenleisten
Bodenauffangwannen
Rauch- oder Temperatursensorik
optischen und akustischen Warnfunktionen
potentialfreien Alarmkontakten
Lösch- oder Aerosol-Löschgeneratoren
Die konkrete Ausführung sollte mit dem betrieblichen Brandschutz, dem Versicherer und den zuständigen Fachverantwortlichen abgestimmt werden. Beschädigte oder auffällige Akkus benötigen ein gesondertes Sicherheitskonzept.
Gasflaschen sicher aufbewahren
Druckgasflaschen müssen gegen Umfallen, Beschädigung und unbefugten Zugriff gesichert werden. Je nach Gasart, Lagermenge und Aufstellort kommen Gasflaschenschränke, Gasflaschenlager oder Gasflaschencontainer zum Einsatz.
Wichtige Auswahlkriterien sind:
Innen- oder Außenaufstellung
Anzahl und Größe der Gasflaschen
Art und Eigenschaften der enthaltenen Gase
natürliche oder technische Lüftung
Feuerwiderstand
Sicherung der Flaschen
Tür- und Schließsystem
Einführungen für Leitungen und Anschlüsse
erforderliche Trennung verschiedener Gasarten
Gasflaschen sollten aufrecht stehen, gegen Umfallen gesichert und vor unzulässiger Erwärmung geschützt werden. Für gefüllte, leere und angeschlossene Flaschen können unterschiedliche Anforderungen gelten.
Gefahrstoffdepots und Gefahrstofflager für größere Mengen
Gefahrstoffdepots schaffen einen geschützten und häufig abschließbaren Lagerbereich für Fässer, Kleingebinde oder IBC. Viele Modelle verfügen über eine integrierte Auffangwanne und eignen sich je nach Ausführung für Innenräume, überdachte Bereiche oder den Außenbereich.
Für umfangreichere Lagermengen stehen Gefahrstofflager und Gefahrstoffcontainer zur Verfügung.
Bei diesen Lösungen können unter anderem folgende Merkmale relevant sein:
Auffangvolumen und Lagerkapazität
natürliche oder technische Lüftung
Wärmedämmung oder Isolierung
Brand- und Explosionsschutz
Flügel-, Schiebe- oder Doppelflügeltüren
Witterungsschutz
sichere Entwässerung
Einbruch- und Zugriffsschutz
Unterfahrbarkeit und Kranbarkeit
Boden- und Gitterrostkonstruktion
Vor der Außenaufstellung sind der Untergrund, die Zufahrt, erforderliche Abstände, behördliche Anforderungen und mögliche Genehmigungspflichten zu prüfen.
Gefahrstoffregale für eine übersichtliche Lagerorganisation
Gefahrstoffregale nutzen die verfügbare Höhe und ermöglichen die geordnete Lagerung von Kleingebinden, Fässern oder IBC. Regalwannen oder separate Bodenwannen nehmen austretende Flüssigkeiten auf. Grund- und Anbaufelder erlauben eine Anpassung an vorhandene Lagerflächen.
Für die Auslegung sind die Traglasten der Fachebenen, die Gesamtfeldlast, die Gebindeabmessungen und das erforderliche Auffangvolumen maßgeblich. Bei Fassregalen muss außerdem berücksichtigt werden, ob die Fässer stehend oder liegend gelagert und ob Flüssigkeiten direkt am Regal abgefüllt werden.
Material passend zum Lagermedium auswählen
Stahl und verzinkter Stahl
Stahlauffangwannen bieten eine hohe mechanische Belastbarkeit. Sie werden häufig für geeignete entzündbare oder wassergefährdende Flüssigkeiten verwendet. Verzinkte Ausführungen verfügen über einen zusätzlichen Korrosionsschutz. Ob Stahl gegenüber einem konkreten Stoff beständig ist, muss anhand der Medienbeständigkeit und des Sicherheitsdatenblatts geprüft werden.
Edelstahl
Edelstahl eignet sich für Anwendungen, bei denen Korrosionsbeständigkeit, Reinigungsfähigkeit oder hygienische Eigenschaften besonders wichtig sind. Die genaue Eignung hängt von der Edelstahlsorte, der Konzentration des Mediums und den Umgebungsbedingungen ab.
Polyethylen und andere Kunststoffe
Auffangwannen aus Polyethylen werden häufig für Säuren, Laugen und weitere aggressive Flüssigkeiten eingesetzt. Kunststoff ist korrosionsbeständig, aber nicht automatisch für jedes Medium geeignet. Ebenso müssen Brandverhalten, Temperaturbereich und mechanische Belastung berücksichtigt werden.
Glasfaserverstärkter Kunststoff
GFK verbindet eine vergleichsweise hohe chemische Beständigkeit mit einer stabilen Konstruktion. Das Material kann für unterschiedliche wassergefährdende Flüssigkeiten geeignet sein. Auch hier ist die Beständigkeit gegenüber dem konkreten Lagerstoff vorab zu kontrollieren.
Zentrale Kriterien für die Produktauswahl
Gefahrstoff und Lagerklasse
Ausgangspunkt ist immer die Einstufung des Stoffes. Sicherheitsdatenblatt, H-Sätze, Wassergefährdungsklasse und Lagerklasse liefern wichtige Informationen über erforderliche Schutzmaßnahmen. Stoffe, die gefährlich miteinander reagieren können, dürfen nicht ohne Prüfung gemeinsam gelagert werden.
Gebindeart und Lagerkapazität
Die Lösung muss zu den eingesetzten Behältern passen. Relevant sind Anzahl, Abmessungen, Gewicht und Volumen der Gebinde.
Typische Behälter sind:
Flaschen und Dosen
Kanister und Kleingebinde
60- oder 200-Liter-Fässer
IBC und KTC
Druckgasflaschen
Akkus und Batteriemodule
Bei Auffangwannen und Regalen sind sowohl die Stellfläche als auch Traglast und Rückhaltevolumen zu prüfen.
Aufstellort und Umgebungsbedingungen
Produkte für Innenräume sind nicht automatisch für eine ungeschützte Außenaufstellung geeignet. Im Außenbereich müssen unter anderem Niederschlag, Frost, UV-Belastung, Wind, Temperatur und Korrosion berücksichtigt werden. Ein Witterungsschutz verhindert zudem, dass Regenwasser das verfügbare Auffangvolumen reduziert.
Lüftung und Explosionsschutz
Bei Stoffen, die gefährliche Dämpfe bilden können, muss die Lüftung Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung sein. Je nach Anwendung können natürliche Lüftungsöffnungen, Anschlüsse an eine technische Abluft oder geeignete Filteraufsätze vorgesehen werden. Bei explosionsfähigen Atmosphären sind zusätzliche Anforderungen an Geräte, Lüftung und Zündquellen zu beachten.
Zugriffsschutz und Bedienung
Abschließbare Türen schützen vor unbefugtem Zugriff. Für den Arbeitsalltag sind außerdem ergonomische Türsysteme, leicht erreichbare Fachböden, Auffangwannen und Entnahmestellen wichtig. Der Zugriffsschutz darf notwendige Flucht-, Rettungs- und Notfallmaßnahmen nicht behindern.
Rechtliche und betriebliche Anforderungen berücksichtigen
Die sichere Gefahrstofflagerung richtet sich nicht nach einer einzelnen Vorschrift. Abhängig von Stoff, Menge, Gebinde, Tätigkeit und Aufstellort sind unter anderem die Gefahrstoffverordnung, die TRGS 510, das Wasserhaushaltsgesetz und die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sowie ergänzende technische Regeln und örtliche Vorgaben zu berücksichtigen.
Die Produktauswahl allein stellt noch keine rechtskonforme Lagerung sicher. Erforderlich sind außerdem eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung, geeignete Betriebsanweisungen, regelmäßige Unterweisungen, Prüf- und Kontrollabläufe sowie Maßnahmen für Leckagen, Brände und andere Betriebsstörungen.
Vor der Beschaffung sollten deshalb mindestens folgende Angaben vorliegen:
aktuelle Sicherheitsdatenblätter
Stoffbezeichnungen und Einstufungen
Lagerklassen und mögliche Zusammenlagerungsverbote
maximale Lagermengen
Gebindearten und Gebindegrößen
erforderliches Rückhaltevolumen
vorgesehener Aufstellort
Lüftungs- und Brandschutzkonzept
erforderliche Zulassungen oder Verwendungsnachweise
betriebliche Anforderungen an Transport und Entnahme
Gefahrstofflager regelmäßig kontrollieren
Auffangwannen, Schränke, Regale und Lagercontainer müssen sauber, zugänglich und funktionsfähig gehalten werden. Austretende Flüssigkeiten sind fachgerecht aufzunehmen und zu entsorgen. Beschädigte Bauteile, Korrosion oder Einschränkungen der Lüftung dürfen nicht unbeachtet bleiben.
Zu den regelmäßigen Kontrollen gehören je nach System:
Sichtprüfung auf Leckagen und Beschädigungen
Kontrolle von Wannen und Gitterrosten
Prüfung von Türen, Schlössern und Selbstschließmechanismen
Kontrolle der Be- und Entlüftung
Überprüfung von Warn- und Alarmfunktionen
Kontrolle der Kennzeichnung und Gebindezuordnung
Freihalten von Verkehrs-, Bedien- und Rettungswegen
Dokumentation vorgeschriebener Prüfungen
Reinigungsmittel und Bindemittel müssen gegenüber den gelagerten Stoffen geeignet sein. Unterschiedliche ausgelaufene Chemikalien dürfen nicht unkontrolliert zusammengeführt werden.